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Feb 20 2014

Warum Flappy Bird aus den AppStores verschwand

Flappy-Bird-Game-Over

Auf der Spitze seines Erfolges verschwand das Erfolgsspiel Flappy Bird aus den Appstores der Smartphoneriesen. Was verbirgt sich hinter dem Untergang des kleinen Vogels?

Objektiv betrachtet ist das Spiel und sein Prinzip ziemlich simpel gehalten. Für diejenigen, die es geschafft haben sollten, diesem Phänomen aus dem Weg zu gehen, eine kurze Erklärung: Das Ziel in diesem Spiel ist es, einen kleinen Pixelvogel möglichst lang mit Fingertippern durch eine endlose Röhrenwelt flattern zu lassen. Dabei zählt die Jagd nach einem immer höheren Highscore wie in den Spielen der Arcarde-Generation. Trotz seiner Einfachheit fasziniert der kleine Vogel Millionen von Spielern.

Der Schöpfer, oder besser Programmierer, von Flappy Bird ist der 29 Jährige Vietnamnese Dong Nguyen, der auch andere erfolgreiche Spiele für das Smartphone entwickelt hat. Nichtsdestotrotz  sprengte dieser Titel auch für ihn sämtliche Dimensionen. Das Spiel begann, seinen Entwickler zu belasten. In einem Interview mit der Seite Forbes.com äußerte Nguyen sich über sein Spiel:

„Flappy Birds wurde designet um ein paar Minuten zu spielen, wenn man entspannt ist. Doch es wurde zu einem suchtfördernden Produkt. Ich denke es wurde zu einem Problem. Um dieses Problem zu lösen, war es das Beste, Flappy Birds aus dem Store verschwinden zu lassen. Es ist für immer weg.“

Er meinte außerdem, dass seine Eltern nicht einmal von dem Spiel gewusst hätten. Während einer Unterbrechung des Interviews hatte der Entwickler eine Unterredung mit dem Premierminister von Vietnam. Der Druck auf den Entwickler muss enorm gewesen sein.

Nguyen wird nach eigenen Aussagen nicht das Entwickeln von Spielen aufgeben. Nach dem Erfolg mit Flappy Bird sei sein Selbstvertrauen deutlich gestiegen. Er bedankte sich bei allen, die sein Spiel gespielt haben. Ob nun der wirkliche Grund des Entfernens bei der Angst vor einem möglichen Suchtpotenzial des Spiels lag oder der aufgebaute Druck dem Entwickler zu groß wurde, ist als Außenstehender schwer festzustellen.Auf jeden Fall dürfte ihn nicht der mangelnde Umsatz dazu getrieben haben. Dieser lag zwischenzeitlich bei geschätzten 50.000$ pro Tag, ob dieser Wert genau ist, ist jedoch nur schwer nachvollziehbar.

Allerdings ist eine aggressive Suchtgefahr bei Flappy Bird fast auszuschließen. Entwickler ähnlich angelegter Spiele, wozu auch der Klassiker Tetris zählt, spekulierten nicht über eine mögliche Suchtgefahr durch ihre Titel. Spielesucht ist nicht wegdiskutierbar, ist allerdings bei Spielen ohne ausgedehntes Belohnungssystem, das den Spieler regelmäßig belohnt und somit Glückshormone ausschütten lässt, relativ selten. Vielleicht reicht in diesem Fall schon das Erreichen eines höheren HighScores für diesen Effekt. Flappy Birds scheint, eine unglaubliche Anziehungskraft zu besitzen, weshalb dieser Verdacht nicht völlig widerlegbar ist.

Die Twittercommunity wiederum bekleckerte sich nicht mit Ruhm, als Einzelne nach Nguyens Ankündigung, dass er das Spiel offline nehmen werde, ihm Beschimpfungen und sogar Morddrohungen entgegenschmetterten. Generell stellt sich sogenanntes Flaming, Internet-Jargon für destrutive Kritik, Beleidungstiraden und Ähnliches, aber als heiße Luft heraus.

Connor Schönberner

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