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Okt 05 2014

Oculus Rift Dk2 auf der GC 2014 ausprobiert

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Oculus Rift, die wohl bekannteste Virtual Reality Brille, hat es geschafft deutlich über den Dunstkreis der Gaming-Communities hinaus Bekanntheit zu erlangen. Viele betrachten diese neue Entwicklung der Branche als The-next-big-thing. Ich habe auf der diesjährigen Gamescom zum ersten Mal dieses Gerät anhand des Spiels War Thunder von dem russischen Entwickler Gaijin Entertainment ausprobieren dürfen.

Denke ich an meinen Gamescombesuch zurück, speziell an den Freitag, den letzten Tag meines Aufenthaltes, kann ich ohne Zweifel meinen Probeflug mit der Oculus Rift als eines meiner Highlights dieser Messe beschreiben. Bevor ich unter Anleitung von einem der internationalen Communitymanager, Keith Donachie, in einem Crashkurs an die Oculus Rift herangeführt wurde, War Thunder.

Willkommen in der virtuellen Realität

Hiernach führte mich Keith Donachie zu meinem Cockpit: Das Equipment bestand neben der aktuellen Oculus Rift Dk2 aus dem Warthog Flightstick von Thrustmaster mit Schubregler, dem wohl teuersten serienmäßigen Joystick auf dem Markt. Dieser Flightstick ist dem des echten Warthog A-10, einem US-amerikanischen Erdkampfflugzeug, nachempfunden. Er ist gut verarbeitet und robust. Zusätzlich trug ich für die Soundausgabe ein Headset.

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Die Oculus Rift Dk2

Die Eingewöhnungszeit nach dem Start mit der Oculus Rift ging überraschend schnell, meine Brille störte dabei nur unerheblich. Schon nach sehr kurzer Zeit fühlte ich mich, als hätte ich niemals ohne Oculus Rift gespielt. Die Immersion, also das „Mittendringefühl“, dieses Geräts ist wirklich fantastisch. Es ist keineswegs übertrieben zu sagen, dass die Benutzung einer Oculus Rift dem Gefühl in einem echten Cockpit zu sitzen, sehr nah kommt. Kopfbewegungen werden korrekt simuliert, wodurch ich während des Fluges fließend und ohne große Schlieren mich im stereoskopischem 3D-dargestellten Cockpit umgucken konnte. Zudem beachtet die Oculus Rift Dk2 auch die Position des Oberkörpers, was sich in War Thunder dadurch ausdrückt, dass ich mich so positionieren musste, dass ich das Fadenkreuz meiner Zieloptik mittig in meinem Blickfeld hatte. Wie auch bei für den PC erhältlichen 3D-Shutterbrillen von AMD und Nvdia ist dabei der 3D-Effekt dem der Kinos um Meilen voraus und trägt somit maßgeblich zur Immersion bei. Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten und zur Verwendung in Kinos scheint mir das Stereoskopische-3D der Oculus Rift angenehmer zu sein. Zuzüglich unterstützte die gut aussehende Grafik des Titels diesen Effekt maßgeblich. Allein die Beobachtung der unter mir hin wegfliegenden Erde, meiner Tragflächen oder meines Fußraums hätten mich ewig beschäftigen können.

Nachdem ich aus dem eigentlichen Kampfgebiet abgedriftet war, wies mich Keith Donachie daraufhin, dass ich auf der Karte sehen könnte, wo die Action auf dem Schlachtfeld stattfände. Ich wendete also meinen Flieger und flog den feindlichen Maschinen mit dem Ziel, einem von ihnen den Tag zu vermiesen, entgegen. Als ich dann mit Hilfe meiner vom Computer gesteuerten Kameraden ein feindliches Flugzeug durch einigermaßen gezieltes Feuern zum Absturz brachte, empfand der Communitymanager seine Mission als erfüllt. In der Angst, dass mir wie einigen anderen Presseleuten zuvor bei längerer Benutzung schwindelig oder schlecht werden könnte, immerhin trägt die jetzige Version , bat mich Keith Donachie, meinen Flug zu beenden. Mir persönlich haben sowohl der Flug als auch die Spielszenen gut gefallen, wie ich dem Communitymanager auch versicherte.

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Reflexion und Ausblick

Während meiner Benutzung der Oculus Rift Dk2 sind mir jedoch auch noch einige Fehler der Brille aufgefallen: Die Ränder der Objekte waren nicht sauber dargestellt und erschienen im ersten Moment leicht grün. Meine Augen glichen diesen Nebeneffekt jedoch nach kurzer Zeit aus. Zudem schien die Auflösung in den ersten Momenten fast verwaschen. Ich tippe darauf, dass die momentane Auflösung von 1080p nicht ausreichend ist, da mehrere Fachmedien der Oculus Rift ebenfalls attestieren, dass sie wohl erst mit noch höherer Auflösung wirkliche Marktreife erreichen dürfte. Weiterhin besteht im Bereich der Eingabegeräte noch Nachbesserungsbedarf. Dadurch, dass es einem fast nicht möglich ist, unter der Brille hindurch zu linsen, was auch entgegen ihrer Designphilosophie wäre, muss der Spielende das Layout seines Eingabegeräts auswendig können. Tut er dies nicht, könnte fröhliches Raten beginnen. Doch Oculus Rift arbeitet an diesem Problem: in letzter Zeit geisterten Meldungen durch die Kanäle, die besagen, dass die Firma an neuartigen Eingabegeräten arbeitet. Die Vermutungen tendieren hier zu Virtual-Reality-Handschuhen die eine Interaktion mit der virtuellen Welt ermöglichen. Wann diese aber einen Entwicklungsstand erreichen, an dem die Öffentlichkeit sie zu Gesicht bekommt, ist noch völlig unklar.

Darüber hinaus stellt Oculus Rift gerade eine neue Version ihrer Brille vor: Den Prototyp namens Oculus Rift “Crescent Bay”, welcher über neue Bildschirmtechnologie, 360°-Kopfbewegungserkennung und verbesserte Positionserkennung verfügen. Darüber hinaus gehören integrierte und hochqualitative Audioausgabe und optimierte Ergonomie sowie optimiertes Gewicht mit zu seinem Funktionsumfang.

Meiner Meinung nach steht dennoch zweifelsfrei fest: Geräte wie Oculus Rift sind The-Next-Big-Thing der Gaming-Branche! Parallel zu ihr könnten auch weniger offensichtliche Branchen wie die Medizin von den Möglichkeiten einer Virtual Reality profitieren.

Connor Schönberner

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